Sicherheitslücke in PHP: Die Nacht, in der Europa seine Websites abschaltete

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70 % aller Websites weltweit laufen mit PHP
20 Jahre an PHP-Versionen waren betroffen
9,2 / 10 Punkte auf der Skala für Schweregrad
1 Nacht bis alle Websites bei uns geschützt waren

Ohne Anmeldung

Angreifer konnten eigenen Programmcode auf dem Server ausführen, ohne ein Passwort zu kennen. Damit lassen sich Inhalte verändern, Schadsoftware verteilen oder Daten aus Formularen auslesen.

Fast jede Website

Betroffen war jede PHP-Installation, die Anfragen aus dem Internet beantwortet. Egal, welches Redaktionssystem darauf läuft und wie gut die Website selbst gepflegt ist: Die Lücke saß eine Ebene darunter.

Kein Vorsprung

Normalerweise haben Hersteller und Hosting-Anbieter Zeit, Updates vorzubereiten. Diesmal sickerten die Details vorher durch. Betreiber und Angreifer standen gleichzeitig an der Startlinie.

Schnell ausgenutzt

Schon wenige Stunden nach dem Bekanntwerden wurden die Lücken für erste Angriffe genutzt. Cloudflare meldete Angriffsversuche und schaltete zusätzliche Filter ein.

  • 1 Lage einschätzen

    Wir überwachen den Software-Stand unserer Server laufend und wussten deshalb sofort, welche Systeme betroffen waren und was zu tun war.

  • 2 Vorsorglich vom Netz

    Wie von CERT-EU empfohlen, haben wir betroffene Websites kurz vom Netz genommen, bis alles erledigt war. Im Kundenbereich stand dazu eine Störungsmeldung.

  • 3 Updates einspielen

    Erst gesichert, dann aktualisiert. Weil weltweit alle gleichzeitig aktualisierten, waren die Server der Hersteller überlastet. Wir sind drangeblieben, bis alles da war.

  • 4 Jede Website prüfen

    Startseite, Unterseiten, Anmeldung im Redaktionssystem und Fehlerprotokolle: Erst danach ging eine Website wieder online.

  • 5 Kunden informieren

    In der Nacht waren alle Websites wieder erreichbar. Alle Kunden bekommen von uns eine E-Mail mit den wichtigsten Punkten.

  • Hat mein Hosting-Anbieter PHP aktualisiert?

    Fragen Sie nach, eine klare Antwort sollte schnell möglich sein. Wird Ihre PHP-Version nicht mehr unterstützt, gibt es dafür keine Korrektur, dann muss das System erneuert werden.

  • Woran erkenne ich einen Angriff?

    Typische Anzeichen sind unbekannte Benutzer im Redaktionssystem, veränderte oder neue Seiten, Weiterleitungen auf fremde Websites oder Warnungen im Browser und bei Google.

  • Sollte ich Passwörter ändern?

    Im Zweifel ja: für das Redaktionssystem, den Zugang zum Hosting und die Datenbank.

  • Reicht es, PHP zu aktualisieren?

    Für diese Lücke ja. Die meisten Angriffe auf Websites laufen aber über veraltete Redaktionssysteme und Plugins. Halten Sie auch die aktuell.

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